Donnerstag, 28. April 2011

Biomeiler 3.0 im Herbst 2011 auf der Naturinsel!


Moin Moin: Leute die Nachfrage für einen weiteren Workshop ist gross, so das wir im Herbst einen Biomeiler 3.0 bauen werden! Dieses-mal für den Hausbedarf (Fußbodenheizung in der Küche und warmes Wasser im Bad). Alle die Interesse haben am Workshop teilzunehmen melden sich gerne mit dem Betr.: "Biomeiler 3.0".

Bitte leitet die Mail gerne an alle "Freunde und Bekannten" weiter und wenn Ihr zwischenzeitlich einen Biomeiler bei euch bauen wollt, Ihr könnt mich als Seminarleiter anheuern!





Biomeiler 3.0 // Permakultur praktisch erfahren

An diesem Wochenenden wollen wir ein weiteres mal die Grundlagen der Permakultur und deren Umsetzung auf dem Umweltprojekt „Naturinsel Drachenmühle“ praktisch erfahren. Im Speziellen soll es darum gehen, den in Deutschland einzigartigen Biomeiler 3.0 aufzubauen :-)

Beim Biomeiler handelt es sich um ein von dem Franzosen Jean Pain entwickeltes, ausgeklügeltes Verwertungssystem von Baum- und Strauchschnitt, welcher aufgeschichtet zu einem großen Holzkompost einen natürlichen Verrottungsprozess in Gang setzt. Im Inneren des Biomeilers entstehen dabei Temperaturen von bis zu 70 Grad Celsius. Die Verrottungswärme kann dann zur Warmwassergewinnung genutzt werden, indem man Wasserrohre durch den Haufen verlegt. So geschieht es derzeit auf der Drachenmühle. Des weiteren kann man mit Hilfe eines Biomeilers Biogas erzeugen und je nach dessen Größe Wintergärten, Gewächshäuser oder sogar ein Wohnhaus beheizen oder es auf ökologische Art und Weise mit Warmwasser versorgen.

Nach ca. 18 Monaten ist der Haufen verrottet und aus ihm ist hochwertiger Kompost mit allerlei Mikroorganismen entstanden, der den Boden gesunden lässt und den Pflanzen für ihr Wachstum bestens gebrauchen können.

An diesem Wochenenden soll ein geschützter Raum entstehen, der den Teilnehmenden einen intensiven Austausch ermöglicht und sie befähigt, danach selbständig einen eigenen Biomeiler bauen zu können. Außerdem können sie von den Erfahrungen durch den alten Biomeiler 1.0/2.0 der letzten drei Jahre auf der Drachenmühle profitieren und so eventuelle Fehler von Beginn an vermeiden lernen. Des weiteren werden die Grundkenntnisse der Permakultur anschaulich vermittelt (am Beispiel des Treebogs, verschiedener Beetstrukturen, der Einbindung alter Haustierrassen, Gewürz- und Kräutergarten) und gemeinschaftliche Zusammenarbeit wird erprobt.

Kursstruktur / Wochenende

  • Alle Anwesenden stellen sich vor / Kennenlernrunde :-)
  • Drachenmühle konkret: Permakultur praktisch anhand des Treebogs und verschiedener Beetstrukturen und der Kreislaufwirtschaft vor Ort
  • Begutachtung des Biomeilers 2.0 mit fachgerechter Erklärung seiner Funktionsweise
  • Bau des neuen Biomeilers 3.0 (80-120m3)
  • Dreimal täglich leckeres Bioessen
  • Abends Lagerfeuer und/oder Filme mit permakulturellem Schwerpunkt, je nach Interessenlage der Teilnehmer, Bar mit biologischen Snacks und Getränken ist immer vorhanden

Infrastruktur

Geschlafen wird in Mehrbettzimmern, in der Scheune auf Stroh gebettet, im eigenen Zelt oder in unserem Tipi (20,- Euro pro.P.).
2 Doppelzimmer sind vorhanden und für einen Aufpreis von jeweils 30,-€ buchbar. Mitgebracht werden sollten Isomatte, Schlafsack, Taschenlampe, Hausschuhe, witterungsfeste Kleidung und Schuhe bei Matschwetter und keine chemischen Wasch- oder Reinigungsmittel. Außerdem ist die Drachenmühle ein Handy- und rauchfreier Ort. Im Eingangsbereich der Drachenmühle ist Platz dafür.

Kursgebühr

140,-€ pro Person und Kurs. Studenten und Absolventen der Permakultur-Akademie zahlen 100,- € pro Wochenende. Darin sind 2 Übernachtungen, die ökologische Verpflegung von Freitagabend bis Sonntag Mittag und die Kursinhalte enthalten. Wir essen gemeinsam und vegetarisch. Kinder unter 12 Jahren zahlen 40€ für Verpflegung/Wochenende.

Wer wirklich kaum Geld hat, schreibt eine Mail und wir werden gemeinsam eine Lösung finden.

Teilnehmerzahl

Mindestens 10, maximal 25 Teilnehmer

Der Moderator

Christian Sven Schembritzki ist Initiator und Projektleiter der Naturinsel. Seine siebenjährige Erfahrung dort mit regenerativen Energien, Permakultur und Nachhaltigkeit, Ökolandbau, in der Kinder- und Umweltpädagogik, der Forstarbeit, Streuobstbaumpflege, der Tierhaltung und deren Einsatz in der Landschaftspflege und im Schamanismus machen ihn zu einem kompetenten Ansprechpartner in Bezug auf zukunftsfähige Lebensweisen. Zu seinen heute gelebten Ansichten kam er unter anderem durch seine 5jährige Weltreise, auf der er oft zu Fuß unterwegs war und viele Kulturen der Welt kennenlernte. Während dieser Zeit hat er eine internationale Jonglier- und Pantomimeausbildung genossen und initiiert auch heute noch Jonglierconventions auf der Drachenmühle. Das Projekt „Naturinsel Drachenmühle“ wurde gerade zum zweiten Mal in Folge als offizielles Projekt der UN-Dekade zur „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ ausgezeichnet.

Weiterführende Informationen

Drachenmühle unter: www.drachenmuehle.de
Mailkontakt: info@drachenmuehle.de

Biomeiler-Infos: http://biomeiler.blogspot.com

Die Infos zur Anreise erhaltet ihr nach der Anmeldung unter o.g. Mail-Adresse von Christian Sven Schembritzki oder ihr schaut schon mal selbst unter o.g. Webauftritt nach.

Wir freuen uns auf kreativen Austausch und den Aufbau eines neuen Biomeilers 3.0

Aho.

Dienstag, 26. April 2011

Daten und Berechnungen zum Biomeiler 2.0/3.0

Moin Moin wir haben ca. 62°C im Inneren :-)

Bei den Daten und Berechnungen zum Biomeiler bin ich gerne noch etwas behilflich :-)

FNR Publikationen

- Handbuch Bioenegrie Kleinanlagen
- Marktübersicht Hackschnitzelheizungen

Bestellbar bzw. Download auf www.bio-energie.de

Merkblatt 12 etc. der LWF. Download auf www.lwf.bayern.de (Energieinhalt von Holz, Heizwertwe von div. Holzarten bei verschiedenem Wassergehalt)
Veröffenlichungen / Berichte des TFZ: www.tfz.bayern.de
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Die Open Office Calc Tabellen zum Versuch befinden sich unter:

Biomeiler-280809-und-290809.zip
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Falk und ich forschen gerade noch über einem Text der mir Nils geschickt hat :

http://literatur.vti.bund.de/digbib_extern/dk016224.pdf

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Und denkt dran eine wärmebeständige Leitung (Warmwasser!) zu nutzen!! Die neuen Kaltwasserleitungen von Marley PE Q (20°C), halten bis 40°C ... bei 70°C schmelzen die...

Tip: http://cgi.ebay.de/200-m-ALU-VERBUNDROHR-KUNSTSTOFFROHR-16-x-2-0-mm-PEX_W0QQitemZ230607145061QQ

Ach und noch was, wir bauen im Herbst einen Biomeiler 3.0 auf der Naturinsel :-)

Wenn Ihr zwischenzeitlich einen Biomeiler bei euch bauen wollt, Ihr könnt mich als Seminarleiter anheuern! Ich mache dann, je nach Bezahlung, so ziemlich alles was gemacht werden muss!

Christian Sven Schembritzki

Dienstag, 19. April 2011

“Dragon’s Breath”

From April 10th until April 12th, a new Biomeiler was built at ‘Nature Reserve Dragonmill”. It is a ecological and economical method of utilising wood chips. The method was developed by French forestry officer Jean Pain in the 70s. He had been looking for a way of thinning out the dry mediterranean forests to protect them from forest fires. Being left with large amounts of wood chips, he was then looking for a sustainable and economical way of making use of these chips.

The Biomeiler is a simple device that utilizes the energy which is stored in biomass. Heat, as well as biogas get generated. To build a Biomeiler, about 80 cubic meters of wood chip get piled into a mound of about 3 meters height. Over a period of 18 to 24 months, micro organsims get to work and aerobically ferment the material into highly potent compost. During this process, the temperature reaches and remains at about 70 degrees C. Inside the Biomeiler run tubes which function as heat exchangers. Depending on the intended use, tubes can circulate hot air or hot water. This hot air or water can then be used for hot water, or to heat buildings and greenhouses. It is also possible to produce biogas if a large container with composting material has been put into the Biomeiler. After about 24 months, when the composting process is completed, the compost made from wood can be used for reforestation or for biological agriculture.

The Biomeiler is not for industrial use. Instead, it is used for locally, in a decentralized way. With little technical effort a Biomeiler can be built and used, surely a great advantage compared to modern indunstrial wood-burning plants. Another advantage is, that not all the carbon oxidizes to CO2 (heat generation). Some of the carbon gets stored in the valuable humus in the composed material. This way, the other nutrients which were in the wood chip remain in the the bio mass after composting. It is also possible to extract these nutrients with fire, but the ash usually gets washed out quickly. If the compost is used as mulch, however, new, carbon rich soil is created. Additionally, less CO2 gets released into the atmosphere.

Two weekend workshops, entitled ‘Breath of the Dragon’, attracted 25 people each, aged between 4 and 65. Among the participants were students and teachers from the Montessori School in Dietramszell; a representative of Pfinztal community; a student of soil science from Freiburg; an architect and a member of the city council from Leibzig; as well as studends of the Permaculture Academy. Culinary delights during the second weekend were provided by environment- and peace activist Wam Kat.

The workshops were run by Christian Sven Schembritzki, whose “Naturinsel” has been awarded a UNESCO ‘sustainable education’ award in two consecutive years. During the first weekend, the old Biomeiler was cleared away, and two weeks later, the new Biomeiler 2.0 was erected. “It’s wonderful to experience, during these workshops, the sense of community, how the group dynamics within the group develops and embraces all participants.” says Schembritzki. For two years, the previous Biomeiler was heating a green house and could be used to heat a large bathtub with a 2000 liter capacity. Under the motto ‘Biomeiler 1.0 meets Biomeiler 2.0’, the compost from the former could be distributed in 20 cm thickness across the beds, shrubs and trees of the permaculture garden. According to Jean Pain, this mulch has a very good effect on vitality, yield, as well as quality of the crop, due to the micro organisms and nutrients which are contained in it. Pain also describes how this method eliminated the need to water the plants, even in the dry climate of the Provence.

Two weekends later it was time for ‘Action Biomeiler 2.0’, the construction of the new Biomeiler. The whole process was documented thoroughly by Tom Ruediger with his camera. (soon to be found on our website and on YouTube). A variation to the previous Biomeiler is, that this time the tubes are laid out in spirals, instead of in a cylindrical pattern, with the aim of accessing a larger area inside of the Biomeiler. Additionally, a perforated tube has been included in the Biomeiler to enable the necessary watering process. And finally, a small container has been included to enable research experiments regarding gas production. And another experiment has been included in Biomeiler 2.0: Inside the meiler, a “Terra-Preta” experiment is taking place. Coal particles have been added with the intention of reducing the ‘washing out’ of nutrients. This should also improve air circulation, water absorbtion, and water storage. Additionally, better nutrient and mineral absorbtion by plants can take place, enabling micro organisms a perfect place to live and retreat to.

Various measurements will be taken during the next 2 years, to collect data about the energetic yield and the process of composting. Only very limited information is so far available about this technique. Thus, this experimental installation will primarily be used to collect data and experience regarding mechanisms, structure, and potential uses. For example, a sample of the matured compost has been sent to a laboratory for analysis. In order to have a truly sustainable Biomeiler which can produce high quality compost, it is also relevant to take into account the source of the wood chip. Wood that has been trimmed from the embankments of motor ways and busy roads is not suitable due to its high levels of heavy metals. In our latitudes it is also not necessary to reduce undergrowth, as there is no immediate threat of wild fires. In addition, the habitat for forest animals is already scarce due to the low coverage with forests. However, it would be sensible to make use of garden cut which is usually collected and removed by regional communities. It is also worth noting, that the wood chip should be fresh and not older than 3 weeks.

Those who would like to see the Biomeiler for themselves should consider visiting over Pfingsten (Pentecost). Alternative, you can register for one of the info days by contacting “Naturinsel Drachenmuehle”:

info(ÄTT)drachenmuehle.de

tel: 0-34362-4439-0

www.drachenmuehle.de

Biomeiler Bilder 2.0.3 :-)


Biomeiler 2.0 Messdaten 18/19.04.2011

18.04.2011 um 18.18 Uhr

Humidity (Feuchtigkeit) außen 50%
Temp (Temperatur) außen 17,4°C

Auf dem Meiler

51%
20,6°C

Die Sonne scheint seit Stunden/Leicht bewölkt

Ich habe den Meiler mit ca. 500 L um 17.00 Uhr gewässert! Die Temp im Wasserrohr lag bei 57°C (ca. 90L Volumen). Durchlauftemp. ohne aufgewärmten Wasserspeicher ist momentan bei 26°C! Das bedeutet ich habe den Meiler mit ca. 90 L 57°C und 410 Liter 26°C bewässert. Nach dieser Wässerung lag die Temp. ca. 1 1/4 Std. später bei 36°C im Rohr! Temp im Eingang an der Quelle bzw. Zufluss 11,5°C. Erwähnenswert wäre noch das der Platz seit 17.00 Uhr Schatten hat.

Ahoja.

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19.04.2011 um 17.34 Uhr

Humidity (Feuchtigkeit) außen 40%
Temp (Temperatur) außen 21,2°C

Auf dem Meiler

32%
30,4°C

Die Sonne scheint seit Stunden/Leicht bewölkt

Wasser

Rein mit 12,3°C
Raus mit 58°C

Letzte Nachttemp. 2°C

Biomeiler Bilder 2.0.2 / Wasserleitung als Wärmetauscher


Biomeiler Bilder 2.0.1 / Landon gibt ein Ok :-)


Sonntag, 17. April 2011

Biomeiler Messdaten 16/17.04.2011

Moin Moin : Am 15.04.2011 habe ich gegen Mittag 2 mal mit ca. 100 Litern (40°C) den Biomeiler durch das perforierte Rohr bewässert. Enormer Temperaturanstieg ist nach nur einem Tag zu vermerken, am 16.04. abends lag die Wassertemperatur schon bei ca. 50 °C.

~~~

17.04.2011 um 17:58

Humidity (Feuchtigkeit) außen 35%
Temp (Temperatur) außen 17,6

Auf dem Meiler

56%
22,3

Die Sonne scheint seit Stunden/Leicht bewölkt

Wasser

Rein: 11,4°C
Raus: 53,6°C

Freitag, 15. April 2011

Biomeiler Messdaten "Heute 15.04.2011 // 13.00 Uhr"

Luftfeuchte außen 67%
Temp. Luft 12,7°C
Temp. Wasser Eingang 9,9°C

Biomeiler Temp. Wasser 35-37°C

"Der Atem des Drachen"

"Der Atem des Drachen"

Vom 10. bis 12. April wurde auf der „Naturinsel Drachenmühle“ in Schweta (Sachsen) erneut ein sogenannter Biomeiler errichtet. Dabei handelt es sich um eine von dem französischen Forstwirt Jean Pain in den 70er Jahren entwickelte Methode zur ökonomischen und ökologischen Verwertung von Holzhäcksel. Damaliges Anliegen war es, mediterrane Wälder als Schutz vor Waldbränden zu entbuschen und wirtschaftlich und nachhaltig zu nutzen.

Der Biomeiler ist eine einfache Anlage zur energetischen Nutzung von Biomasse. Erzeugt werden dabei Wärme und Biogas. Ca. 80 m³ Holzhackschnitzel werden hierfür zu einem über 3 m hohen Haufen aufgeschichtet und anschließend von Mikroorganismen durch aerobe Fermentation (Kompostierung) in einem Zeitraum von 18 bis 24 Monaten - je nach Zusammensetzung des Materials - zu enorm hochwertigem Kompost umgewandelt. Dabei entstehen Temperaturen von ca. 70° C. Im Inneren des Meilers befinden sich Rohrleitungen, die die Funktion eines Wärmetauschers übernehmen. Die Rohre werden je nach Anwendungsfall von Luft oder Wasser durchströmt, so dass die abgeführte Wärme zur Warmwassergewinnung oder Beheizung von Wohn- oder Gewächshäusern genutzt werden kann. Weiterhin ist es möglich, in einem eingelassenem Tank Biogas zu produzieren. Der nach Ablauf des Prozesses entstandene Holzkompost kann dann zur Aufforstung oder für die biologische Landwirtschaft genutzt werden.

Die Anwendung des Biomeilers erfolgt nicht für die industrielle Nutzung, sondern im lokalen und dezentralen Bereich. Er kann mit geringem technischem Aufwand gebaut und verwendet werden, was sicher einen großen Vorteil gegenüber modernen Holzverbrennungsanlagen darstellt. Zudem wird nicht der gesamte Kohlenstoff zu CO2 oxidiert (entstehende Wärme), sondern zum Teil in Form von hochwertigem Humus im Kompost gespeichert. In diesem sind auch alle anderen Nährstoffe des Ausgangsmaterials enthalten. Diese könnten zwar auch nach der Verbrennung in Form von Asche ausgebracht werden, jedoch werden diese dann meist sehr schnell ausgewaschen. Mit dem Kompost als Mulchschicht hingegen entsteht neuer fruchtbarer Boden, in dem Kohlenstoff gespeichert ist. Somit gelangt auch weniger CO2 in die Atmosphäre.

Jeweils 25 Personen aus ganz Deutschland im Alter zwischen 4 und 65 Jahren nahmen an zwei Wochenenden an den Workshops mit dem Titel „Der Atem des Drachen“ teil. Unter ihnen befanden sich unter anderem Schüler und Lehrer der Montessori-Schule Dietramszell, ein Vertreter der Gemeinde Pfinztal vom Fachbereich Umwelt und Garten, ein Student aus Freiburg aus dem Bereich Bodenkunde, ein Architekt und ein Stadtratsmitglied aus Leipzig sowie Studenten der Permakultur Akademie. Für die kulinarische Versorgung der Teilnehmer mit ökologischem und vegetarischem Essen sorgte am zweiten Wochenende der Umwelt- und Friedens-Aktivist Wam Kat.

Unter Leitung von Christian Sven Schembritzki, dessen „Naturinsel“ die UNESCO bereits zum zweiten Mal in Folge als offizielles Projekt zur „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ deklarierte, wurde der alte Meiler (Biomeiler 1.0) abgebaut und zwei Wochen später ein neuer Biomeiler 2.0 errichtet. „Besonders schön ist bei solch einem Workshop natürlich auch das Gemeinschaftliche, die Dynamik, also eine dynamische Struktur gemeinsam zu entwickeln, in der alle Beteiligten integriert sind!“, so Schembritzki.

Zwei Jahre lang konnte durch den alten Meiler ein Gewächshaus beheizt werden und eine große Badewanne mit 2000 l betrieben werden. Unter dem Motto „Biomeiler 1.0 trifft Permakultur 2.0“ wurde der nun fertige Kompost am ersten Wochenende als Mulchmaterial in 20 cm dicken Schichten auf die Beete sowie unter Sträucher und Bäume des Permakultur-Gartens ausgebracht. Laut Jean Pain wirkt sich dieser auf Grund der enthaltenen Mikroorganismen und Nährstoffe sehr positiv auf Vitalität, Ertrag und Qualität der Gewächse bzw. Früchte aus. Pain beschrieb weiterhin, dass selbst in der regenarmen Provence im Sommer nicht mehr gewässert werden musste.

Am zweiten Wochenende fand die „Aktion Biomeiler 2.0“, nämlich der Aufbau des neuen Meilers, statt. Dies dokumentierte Tom Rüdiger mit seiner Kamera, (bald zu sehen auf der Homepage der „Drachenmühle“ und auf YouTube). Im Unterschied zum ersten Biomeiler ist dieses Mal das 230 m lange Rohrsystem spiralförmig statt zylindrisch verlegt worden. Zusätzlich kam ein perforiertes Rohr zur inneren Bewässerung der Anlage mit warmem Wasser zum Einsatz. Weiterhin wurde ein kleiner Biogas-Tank eingebaut, mit dem Experimente zur Gasproduktion möglich sind.

Aber nicht nur der 80 m³ große Meiler wurde errichtet, sondern auch ein „Terra-Preta“-Versuch im Inneren angelegt: Durch eingebrachte Holzkohlepartikel soll im entstandenen Kompost das Ausspülen von Nährstoffen verhindert und die Bodendurchlüftung sowie die Wasseraufnahmefähigkeit und -speicherkapazität erhöht werden. Weiterhin kann eine bessere Nährstoff- und Mineralienaufnahme durch Pflanzen erfolgen und Mikroorganismen ein perfekter Lebens- und „Rückzugsraum“ gegeben werden.

Verschiedene Messungen sollen im Verlauf der nächsten 2 Jahre genaue Daten über die energetische Ausbeute und den Ablauf der Verrottung liefern.

Da nur sehr wenige Informationen hinsichtlich dieser Technik existieren, dient die experimentelle Anlage in erster Linie zur Sammlung von Erfahrungen und Wissen zu Wirkmechanismen, Aufbau- und Nutzungsmöglichkeiten. So wurde auch eine Probe zur wissenschaftlichen Untersuchung des gereiften Komposts in ein Labor geschickt.

Damit ein Biomeiler wirklich nachhaltig ist und der Kompost hochwertig wird, gilt jedoch auch noch zu beachten, woher das Häckselmaterial stammt. Rückschnitt von Bäumen und Sträuchern an Rändern der Autobahn oder stark befahrenen Straßen ist ungünstig, da die Schwermetallbelastung hier bedenkliche Ausmaße annimmt. In unseren Breiten macht auch die Verwendung von Unterholz der Wälder keinen Sinn, da hier keine akute Waldbrandgefahr herrscht und auf Grund der wenigen Waldflächen der Lebensraum für viele Tier- und Vogelarten sowieso schon zu knapp ist. Sinnvoll ist dagegen die Nutzung von Gartenschnitt, der in vielen Gemeinden zentral gesammelt und abgefahren wird. Desweiteren sollte dieser möglichst frisch sein und spätestens drei Wochen nach dem Schnitt verwendet werden.

Wer wirklich wissen möchte, wovon hier die Rede ist, der kommt entweder an Pfingsten zur Besichtigung oder meldet sich zu einem der Infotage auf der „Naturinsel Drachenmühle“ an (info(ätt) drachenmuehle.de; Tel.: 0-34362-4439-0; www.drachenmuehle.de).

Weitere Informationen zu den Workshops, Experimenten und den gewonnen Daten sowie regelmäßige Ergänzungen findet man unter: http://biomeiler.blogspot.com/.

Tina Bernecker, Falk Pißler und Christian Sven Schembritzki

Dienstag, 5. April 2011

Secrets Of El Dorado - TERRA PRETA

Terra-Preta-Versuch am Biomeiler // Biomeiler 2.0

New`s : Wir werden hiermit den Terra Preta Versuch am Biomeiler 2.0 durchführen.



Ein globales Grundproblem ist der permanente Verlußt an landwirtschaftlicher Nutzfläche durch Bebauung, Humusausspülung und industrielle Monokulturlandwirtschaft. Einen möglichen Lösungsansatz fanden Forscher im brasilianischen Regenwald. Dort stieß man auf die künstlich erzeugte und dauerhaft fruchtbare Schwarzerde „Terra Preta“. Offenbar haben Ureinwohner am Amazonas vor Jahrhunderten Holz sowie ihre pflanzlichen und tierischen Abfälle geschwelt und sie zur dauerhaften Fruchtbarmachung der nährstoffarmen Böden genutzt.

Auf Grund dieses Eintrags an Kohle in die Böden wurde eine enorme Bodenfruchtbarkeit erlangt. Die Kohlepartikel verhindern das Ausspülen von Nährstoffen (was im Regenwald sonst zur Degeneration der Böden innerhalb weniger Jahre führt), erhöhen die Wasserspeicherkapazität sowie die Wasseraufnahmefähigkeit (Bodenoberfläche wird hydrophil), Nährstoffe und Mineralien können von den Pflanzen besser aufgenommen werden und die Bodendurchlüftung ist erhöht. Die Kohlepartikel bieten Mikroorganismen einen perfekten Lebens- und Rückzugsraum. Dies wiederum führt zur Entstehung einer komplexen Population von Mikroorganismen (lebendiger Boden). Durch die Mikroorganismen wird u.a. Stickstoff gebunden und ein solch vitaler Boden geschaffen, das Dünger und Pflanzenschutzmittel überflüssig werden. Außerdem ist eine wesentliche Eigenschaft der Terra Preta, das sie von selbst wächst.

Zudem lagert die Kohle dort über mehrere Jahrtausende stabil bzw. oxidiert nur sehr langsam und ist somit aus dem „Karbonzyklus“ entzogen. Landwirtschaftliche Böden dienen so als Kohlenstoffsenken und könnten im Gegensatz zum instabilen Humus nach dem Kyoto-Protokoll als CO2-Zertifikate geltend gemacht werden.

Aber nicht nur die Schwarzerdeböden im sonst unfruchtbaren Amazonasbecken sind durch den Einfluß von Menschen entstanden, auch bei den meisten Schwarzerdevorkommen der Nordhalbkugel konnten Kohlenstoffeinträge in der Jungsteinzeit nachgewiesen werden (die Färbung der Erde entsteht eben durch Kohlepartikel).

Das genaue Vorgehen zur Erzeugung solcher Böden ist noch immer nicht vollständig geklärt und auch mit Sicherheit vom Ausgangsboden abhängig. Die entscheidenden Rollen spiele jedoch definitiv die Kohlepartikel in Verbindung mit den (effektiven) Mikroorganismen. (Den Begriff „effektive Mikroorganismen“ würde ich nicht unbedingt verwenden, da dies die Bezeichnung für eine künstlich Zusammenstellung, sich nicht selbst erhaltenden und nur im Handel zu beziehende Kombination verschiedener Mikroorganismen ist. Die Populationen von Mikroorganismen bei Terra-Preta, Kompost, Biomeiler usw. ist natürlicher Art, erhält sich zudem selbst und ist auch nicht so klar definierbar, der Effekt jedoch der Selbe!)

Beim Biomeiler könnte man eine bestimmte Menge an Holzkohlestaub beifügen, um so eine dauerhafte Besiedlung mit wertvollen Mikroorganismen zu erreichen und somit die oben beschriebenen nachhaltigen Effekte nach beim Ausbringen des Mulchmaterials zu erzielen. (Meiner Ansicht nach hat man im schlechtesten Fall keinen Effekt, also nichts zu verlieren, außer Anschaffungskosten und die zusätzliche Arbeit!)

Falk Pißler