Dienstag, 5. April 2011

Terra-Preta-Versuch am Biomeiler // Biomeiler 2.0

New`s : Wir werden hiermit den Terra Preta Versuch am Biomeiler 2.0 durchführen.



Ein globales Grundproblem ist der permanente Verlußt an landwirtschaftlicher Nutzfläche durch Bebauung, Humusausspülung und industrielle Monokulturlandwirtschaft. Einen möglichen Lösungsansatz fanden Forscher im brasilianischen Regenwald. Dort stieß man auf die künstlich erzeugte und dauerhaft fruchtbare Schwarzerde „Terra Preta“. Offenbar haben Ureinwohner am Amazonas vor Jahrhunderten Holz sowie ihre pflanzlichen und tierischen Abfälle geschwelt und sie zur dauerhaften Fruchtbarmachung der nährstoffarmen Böden genutzt.

Auf Grund dieses Eintrags an Kohle in die Böden wurde eine enorme Bodenfruchtbarkeit erlangt. Die Kohlepartikel verhindern das Ausspülen von Nährstoffen (was im Regenwald sonst zur Degeneration der Böden innerhalb weniger Jahre führt), erhöhen die Wasserspeicherkapazität sowie die Wasseraufnahmefähigkeit (Bodenoberfläche wird hydrophil), Nährstoffe und Mineralien können von den Pflanzen besser aufgenommen werden und die Bodendurchlüftung ist erhöht. Die Kohlepartikel bieten Mikroorganismen einen perfekten Lebens- und Rückzugsraum. Dies wiederum führt zur Entstehung einer komplexen Population von Mikroorganismen (lebendiger Boden). Durch die Mikroorganismen wird u.a. Stickstoff gebunden und ein solch vitaler Boden geschaffen, das Dünger und Pflanzenschutzmittel überflüssig werden. Außerdem ist eine wesentliche Eigenschaft der Terra Preta, das sie von selbst wächst.

Zudem lagert die Kohle dort über mehrere Jahrtausende stabil bzw. oxidiert nur sehr langsam und ist somit aus dem „Karbonzyklus“ entzogen. Landwirtschaftliche Böden dienen so als Kohlenstoffsenken und könnten im Gegensatz zum instabilen Humus nach dem Kyoto-Protokoll als CO2-Zertifikate geltend gemacht werden.

Aber nicht nur die Schwarzerdeböden im sonst unfruchtbaren Amazonasbecken sind durch den Einfluß von Menschen entstanden, auch bei den meisten Schwarzerdevorkommen der Nordhalbkugel konnten Kohlenstoffeinträge in der Jungsteinzeit nachgewiesen werden (die Färbung der Erde entsteht eben durch Kohlepartikel).

Das genaue Vorgehen zur Erzeugung solcher Böden ist noch immer nicht vollständig geklärt und auch mit Sicherheit vom Ausgangsboden abhängig. Die entscheidenden Rollen spiele jedoch definitiv die Kohlepartikel in Verbindung mit den (effektiven) Mikroorganismen. (Den Begriff „effektive Mikroorganismen“ würde ich nicht unbedingt verwenden, da dies die Bezeichnung für eine künstlich Zusammenstellung, sich nicht selbst erhaltenden und nur im Handel zu beziehende Kombination verschiedener Mikroorganismen ist. Die Populationen von Mikroorganismen bei Terra-Preta, Kompost, Biomeiler usw. ist natürlicher Art, erhält sich zudem selbst und ist auch nicht so klar definierbar, der Effekt jedoch der Selbe!)

Beim Biomeiler könnte man eine bestimmte Menge an Holzkohlestaub beifügen, um so eine dauerhafte Besiedlung mit wertvollen Mikroorganismen zu erreichen und somit die oben beschriebenen nachhaltigen Effekte nach beim Ausbringen des Mulchmaterials zu erzielen. (Meiner Ansicht nach hat man im schlechtesten Fall keinen Effekt, also nichts zu verlieren, außer Anschaffungskosten und die zusätzliche Arbeit!)

Falk Pißler